Restriktive Schlauchmagen-Operation - Übersicht über mögliche Risiken
Restriktive Schlauchmagen-Operation – Übersicht über mögliche Risiken

Im Gegensatz zum Magenbypass wird Ihnen bei der Operationsmethode Schlauchmagen der größte Teil des Organs operativ entfernt. Aus einem kleinen Rest wird ein Sleeve-Magen (englisch für Schlauch oder Hülle) mit einem kleinen Fassungsvermögen gebildet. Diese Form des Eingriffs ist nicht mehr rückgängig zu machen. Daher sollten Sie sich der möglichen Risiken dieser Operationsmethode bewusst sein.

Risiken während der Operation

Durch das meist überlastete Herz-Kreislaufsystem können das Narkoserisiko sowie das Auftreten von Infektionen und Blutungen zusätzlich erhöht sein. Zudem bestehen durch das starke Übergewicht weitere Risiken. Zum einen ist wegen der Leibesfülle, aber auch wegen der meist bestehenden Fettleber, der Zugang zum Magen für den Chirurgen erschwert. Hinzu kommt die Gefahr, dass durch den Vorgang Nachbarorgane, Gefäße und Nerven verletzt werden. Die Sterblichkeitsrate während und nach der Operation ist bei stark übergewichtigen Patienten leicht erhöht. Zur Risikominimierung wird daher oftmals präoperativ eine flüssige, eiweißhaltige Crashdiät durchgeführt um das innere Bauchfett sowie das Lebervolumen zu reduzieren.

Risiken nach der Operation

Neben den allgemeinen Operationsrisiken wie der Gefahr von Nachblutungen oder Thrombosen, können ein ungesundes Essverhalten und die weitere Zufuhr zu großer Nahrungsmengen zu einer Ausdehnung der Speiseröhre und des Schlauchmagens führen. Dabei können Verdauungsprobleme wie Sodbrennen, Bauchschmerzen und Völlegefühl auftreten. Gefährlich wird es, wenn es zu einer Aufdehnung bis hin zum Aufreißen der Operationsnaht kommt. Die Folge ist eine Magenperforation und stellt eine ernstzunehmende Komplikation dar.

Ein weiterer Risikofaktor nach der Schlauchmagen-Operation ist die Malabsorption durch die fehlende Magenschleimhaut, was zu unerwünschten Stoffwechselstörungen führen kann. Um dies zu verhindern, müssen Sie lebenslang Substitutionspräparate wie beispielsweise Kalzium und verschiedene Vitaminpräparate einnehmen, welche die Krankenkassen in der Regel nicht erstatten. Aber auch das Risiko für psychische Erkrankungen kann durch die Umstellung auf die neue, meist ungewohnte Ernährungsweise, mit deutlich reduzierter Nahrungsmenge und Kalorienanzahl, erhöht sein. Dies gilt vor allem, wenn bei Ihnen schon vor der Operation eine Essstörung bestand.

Um Folgeerkrankungen zu verhindern, sollte im Anschluss an die Schlauchmagen-Operation eine konsequente und meist lebenslange Nachbehandlung durchgeführt werden. Diese umfasst idealerweise eine Ernährungsberatung inklusiver Ernährungsumstellung sowie eine adäquate Bewegungstherapie mit psychotherapeutischer Unterstützung.