Magenverkleinerung: Chirurgische Maßnahmen gegen Übergewicht
Magenverkleinerung: Chirurgische Maßnahmen gegen Übergewicht

Wer an krankhaftem Übergewicht leidet, hat mit den überschüssigen Pfunden keineswegs nur ein ästhetisches Problem. Bekanntlich bekräftigt starkes Übergewicht schon in jungen Jahren die Entstehung schwerer Erkrankungen wie Koronare Herzerkrankungen, Bluthochdruck Schlaganfall, Krebserkrankungen, Diabetes Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen. Die Betroffenen scheitern bei unzähligen Versuchen, mit Diäten und Sport die Pfunde in den Griff zu bekommen, was sie an den Rand der Verzweiflung treibt. Für viele Patienten ist dann eine chirurgische Maßnahme der letzte Ausweg und es wird in Betracht gezogen eine Magenverkleinerung durchführen zu lassen.

Extremes Übergewicht: Ist eine dauerhafte Reduktion möglich?

Chirurgische Verfahren werden als wirkungsvolle Alternative zu konservativen Methoden zur Gewichtsreduktion betrachtet. Eine Magenband– oder Magenbypassoperation bewirkt bei nahezu allen Patienten eine Reduzierung des Gewichts von mindestens 50 %. Diese Erfolge werden nicht nur langfristig erzielt, sondern sie führen gleichzeitig zu einer schnelleren Heilung der Begleiterkrankungen.

Sicherlich lassen sich auch mit Bewegung und Diäten einige der lästigen Kilos bekämpfen, allerdings meist nur für einen kuren Zeitraum. Nicht selten sorgt der bekannte Jo-Jo-Effekt dafür, dass die Betroffenen am Ende noch schwerer sind, als zu Beginn einer diätischen Maßnahme.

Vor allem bei stark adipösen Patienten mit einem BMI ab 35 bringen die konservative Methoden wie Ernährungstherapien oder Verhaltenstherapien nur selten wirklich nennenswerte Erfolge. In der Regel kann mit solchen Maßnahmen allenfalls eine Gewichtsreduktion von rund 10 Prozent erreicht werden. Hat der Patient jedoch mit einem Gewicht von 180 Kilogramm und mehr zu kämpfen, sind diese 10 Prozent nicht wirklich viel.

Kleine Eingriffe mit großer Wirkung

Bislang werden hierzulande vor allem zwei unterschiedliche Verfahren praktiziert. Bei der Magenbypass-Operation wird der Magen durch eine Klammernaht in einen Vormagen und einen größeren Restmagen aufgeteilt. Eine sogenannte Dünndarmschlinge wird an den Vormagen geklammert. Diese umgeht praktisch den Zwölffingerdarm sowie den Restmagen. Durch diese Verkürzung der Strecke, die bei der Verdauung zurückgelegt werden muss, werden automatisch weniger Nährstoffe aufgenommen, was dazu führt, dass die Kalorienzufuhr gebremst wird und der Körper auf die Fettreserven zurückgreift.

Das Magenband ist eine weitere wirkungsvolle Methode. Dieses Verfahren kann äußerst schonend angewendet werden, denn hierfür ist keine große Bauch-OP erforderlich, sondern ausschließlich ein kleine Bauchschnitte für die Instrumente. Der Arzt legt ein Silikonband ähnlich wie einen Gürtel um den Magen, wodurch ebenfalls ein kleiner Vormagen entsteht. Dieser kann anstatt 2 Liter nur noch einen Inhalt von 20-30 ml aufnehmen. Für den Patient sind nach dem Eingriff schon kleinste Nahrungsmengen vollkommen ausreichend, damit er sich satt fühlt. Es wird weniger gegessen, dafür aber häufiger. Über einen Schlauch ist das Magenband mit einem unter der Bauchdecke liegenden Reservoir verbunden, dass durch die Haut leicht mit der Spritze erreicht werden kann. So kann in eine flexible Manschette an der Innenseite des Bandes Flüssigkeit gelangen, wodurch der Restmagen voluminöser oder kleiner gemacht werden kann, ohne dass nochmal ein chirurgischer Eingriff notwendig ist.

Die Gesundheit profitiert langfristig

Bislang werden in Deutschland nur wenige adipösen Patienten durch einen chirurgischen Eingriff therapiert. Die hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass krankhaftes Übergewicht nicht als ausreichende Krankheit anerkannt wird, sodass die Krankenkassen nur in speziellen Einzelfällen für die Kosten aufkommen. Dabei können durch diese Maßnahmen schwere Begleiterkrankungen deutlich gebessert werden. Damit die Nährstoffe ausgeglichen werden können, die der Körper des Patienten nicht im benötigten Umfang aufnehmen kann, sollte nach dem Eingriff unbedingt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erfolgen.