Hilft ein Magenballon wirklich?
Hilft ein Magenballon wirklich?

Besonders stark übergewichtige Menschen, bei denen eine Gewichtsreduktion durch eine Ernährungsumstellung und Sport nicht oder nur teilweise möglich ist, müssen sich nach einer geeigneten Alternative umsehen. Neben dem bekannten Magenband ist der Magenballon eine weitere Möglichkeit, das Sättigungsgefühl schneller hervorzurufen. Was ein Magenballon genau ist und wie er angelegt wird, wird im folgenden Beitrag näher erläutert.

Was ist ein Magenballon?

Ein Magenballon sorgt dafür, dass das Sättigungsgefühl des Patienten früher eintritt. Dies wird dadurch erreicht, dass der Ballon bereits einen Teil des Magens ausfüllt und somit nicht mehr das gesamte Volumen für Essen und Trinken zur Verfügung steht. Natürlich ist weiterhin eine gesunde Nahrungsmittelversorgung möglich. Der Magenballon wird entweder mit einem speziellen Gas oder einer Flüssigkeit befüllt.

Wie wird ein Magenballon eingesetzt?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Magenballons:

Beim Schluckballon nimmt der Patient ein bis zwei Ballons oral ein. Diese Ballons sind ca. drei Zentimeter lang und mit einem Schlauch verbunden. Über diesen Schlauch leitet der Arzt später ein ungiftiges Edelgas in den Ballon, damit sich dieser ausdehnt. Anschließend kann der Schlauch wieder entfernt werden und der Magenballon kann bis zu drei Monaten im Magen verweilen.

Wird der Ballon hingegen während einer Magenspiegelung eingesetzt, kommt das sogenannte Gastroskop zum Einsatz. Mit diesem platziert der behandelnde Arzt den Ballon über die Speiseröhre im Magen. Der Vorteil dabei ist, dass der Arzt mit Hilfe des Gastroskops überprüfen kann, in welchem Zustand sich die Magenschleimhaut befindet. Wurde der Ballon erfolgreich platziert, wird er anschließend mit einer blau versetzten Kochsalzlösung befüllt. Diese spezielle Kochsalzlösung dient der Sicherheit. Färbt sich der Urin kurzzeitig blau, ist der Magenballon undicht oder sogar geplatzt und es kann zeitnah gehandelt werden.

Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert meist nur 20-30 Minuten. Anschließend muss der Patient noch zwei bis drei Stunden zur Überwachung in der Klinik bzw. Praxis verweilen. Sollten starke Übelkeitserscheinungen auftreten, bedarf es einer Flüssigkeitsabgabe über die Venen. Bei einem solchen Fall ist ein Krankhausaufenthalt von einigen Tagen vonnöten.

Für wen eignet sich ein Magenballon?

Der Magenballon eignet sich allerdings nicht für jeden Menschen. Besonders geeignet ist er für stark übergewichtige Personen, die mit Ernährung und Sport alleine nicht abnehmen können. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Person starke Schmerzen bei Bewegungen verspürt.

Nicht geeignet ist ein solcher Ballon, wenn Entzündungen im Verdauungstrakt, Blutgerinnungsstörungen, psychische Erkrankungen oder Probleme mit Drogen vorliegen. Auch stillenden und schwangeren Frauen wird von einer solchen Maßnahme abgeraten.

Allgemein sollte bedacht werden, dass es sich bei einem Magenballon nur um eine unterstützende Maßnahme handelt. Alleine durch einen solchen Ballon verliert der Patient kein Gewicht. Eine gesunde Ernährung und (falls möglich) Sport sind ebenso Teil des Abnehmprogramms.