Die Bariatrische und Metabolische Chirurgie - wie übergewichtigen Menschen geholfen wird
Die Bariatrische und Metabolische Chirurgie – wie übergewichtigen Menschen geholfen wird

Betrachtet man die Zahl an stark übergewichtigen Menschen, steht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarländern weit vorne, jedoch werden in den Nachbarländern wesentlich mehr bariatrische Eingriffe genommen, als hierzulande. Trotzdem hat sich auch in Deutschland die bariatrisch-metabolische Chirurgie in den vergangenen Jahren einen großen Namen gemacht und entwickelte sich zu einem renommierten Spezialgebiet der Viszeralchirurgie.

Individuelle Entscheidung – die Wahl der Operationsmethode

Trotz der zahlreichen Eingriffe in den vergangenen Jahren hat sich in der bariatrisch-metabolischen Chirurgie keine einheitliche Standardmethode entwickelt. Jeder Entscheidung zur Operation und der angewandten Methode ist eine Einzelfallentscheidung. Zu den gängigsten restriktiven Eingriffen gehören der Schlauchmagen (Sleevegastrektomie) und das Magenband (gastric bandig). Das Magenband schnürt den oberen Teil des Magens von dem restlichen Teil ab, sodass der Patient nur noch seinen Vormagen zur Nahrungsaufnahme zur Verfügung hat. Bei einem Schlauchmagen entfernt der Chirurg den größten Teil des Magens. Beide Methoden sorgen so für eine Verkleinerung des Magens, welche eine massive Reduktion des Gewichtes zur Folge haben. Neben den beiden Varianten gibt es auch noch verschieden Arten eines Magenbypasses.

Der Magenbypass und der Omega-Loop

Der Magenbypass wird auch Roux-Y-Magenbypass genannt und bezieht sich auf die komplette Durchtrennung des Magens im oberen Segment. Der Chirurgie bildet eine kleine Magentasche, welche er dann mit dem Dünndarm verbindet. Sowohl der restliche Teil des Magens als auch Teile des oberen Dünndarmes und der Zwölffingerdarm sind im Anschluss der Operation vollständig von der Verdauung ausgeschlossen. Durch die verspätete Vermengung der Verdauungssäfte und Nahrung wird ein Großteil aller zugeführten Kalorien nicht verwertet und durch den Stuhl unverwertet wieder ausgeschieden. Bei dem Omega-Loop handelt es sich um eine kleinere Variante des Magenbypasses. Bei dieser Methode wird kein operativer Einfluss auf den Verdauungstrakt genommen.

Die metabolische Chirurgie

Wenn von Adipositaschirurgie gesprochen wird, dann hört man eher selten von metabolischer Chirurgie, dabei ist auch diese ein Teil der Adipositaschirurgie. Aus dem Griechischen stammend bedeutet Metabolismus Stoffwechselprozesse oder Stoffwechsel. Die metabolische Chirurgie ist schon sehr alt, ohne das sie namentlich weit verbreitet ist, denn nach der Definition bezieht sich die metabolische Chirurgie auf Operationen an einem funktionell und anatomisch korrekten Organsystem oder einzelnem Organ. Abgezielt wird dabei auf einen positiven Effekt auf die Gesundheit, indem es zu biologischen Auswirkungen auf die Prozesse des Stoffwechsels kommt. Ein gutes Beispiel für eine metabolische Operation ist der Eingriff bei einer Ulkusererkrankung, also einem Geschwür am Zwölffingerdarm. Hierzu operierten Chirurgien nämlich seit mehr als 100 Jahren an komplett intakten Mägen wie eine Teilentfernung, Eingriffe am Magenpförtner und Nervendurchtrennungen, um genanntes Leiden heilen zu können.

Die metabolische Chirurgie in der Adipositaschirurgie

Bei einer bariatrischen Operation kommt es ebenfalls zu einem Eingriff an einem in der Regel vollkommen intaktem Organ, nämlich dem Magen. Die Folgen dabei sollen nicht nur eine Reduktion des Gewichtes sein, sondern auch eine wesentliche Verbesserung des gesamten gesundheitlichen Bereiches wie z.B. dem Fettstoffwechsel, dem Blutdruck und Diabetes. Aus diesem Grund kann gesagt werden, dass die metabolische Chirurgie nicht nur zugehörig zur Adipositaschirurgie ist, sondern auch zur Diabetes-Chirurgie.